Regulator Präzisionspendeluhr

Der Regulator und die Geschichte der hochpräzisen Zeitmessung.

Bevor Atom- und Quarzuhren die Welt der hochpräzisen Zeitmessung eroberten, wurde diese von Präzisionspendeluhren, den sogenannten Regulatoren, beherrscht. Der Wunsch nach immer höherer Genauigkeit ist so alt wie die Uhr selbst. Doch erst ab dem 18. Jahrhundert wurden dank neuer Hemmungen wie der Grahamhemmung und ausgeklügelt konstruierter Kompensationspendel Werte erreicht, die auch heute noch sehr beachtlich sind. Harrison, Berthoud, Tompion und Sattori – all diese großen Namen der Uhrmacherei stehen damit in Verbindung. In Österreich entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine spezielle Form des Regulators: die Dachl- bzw. Laterndluhr. Sie sind oftmals mit hoher Gangdauer ausgestattet, stets von überragender Qualität (sofern es sich um ein originales Exemplar handelt) und zeichnen sich durch eine zeitlose Eleganz aus. Sie sind bis heute die bekanntesten Vertreter der Biedermeier-Uhrmacherkunst. Um 1900 bahnte sich schließlich der Höhepunkt der mechanischen Großuhr an. Mithilfe von Schwerkraft- und Federkrafthemmungen, Kompensationspendeln, Vakuumgehäusen und einer Verarbeitung, die bis an die Grenze des Möglichen getrieben wurde, wurden Gangwerte erreicht, die erst 60 Jahre später von der Atomuhr übertroffen wurden.

Hundertprozentig handgefertigte Regulatoren, geschaffen nach den Vorbildern der Jahrhundertwende.

In Bernhard Wagners Regulator-Uhren schwingt ein Invarkompensationspendel nach Riefler Art, das für den präzisen Gang sorgt. Eine Grahamhemmung mit eingeschobenen, handgeschliffenen Rubinpaletten liefert die Kraft für 80 Halbschwingungen pro Minute.

Sämtliche Zapfen laufen in Kugel- und Rubinlagern. Die Gangdauer beträgt einen Monat. Alle Werkteile sind hochglanzpoliert und die Messingteile sind vergoldet. Zeiger, Schrauben und diverse weitere Teile sind thermisch gebläut. Der Minutenzeiger verfügt über ein unter dem Ziffernblatt verborgenes Wuchtgewicht. Um ihnen ein schönes, räumliches Aussehen zu verleihen, wurden die Zeiger bombiert. Das einzige nicht von uns gefertigte Teil ist der Uhrenkasten. Dieser wurde nur wenige Meter von der Uhrenmanufaktur entfernt in einem Tischlermeisterbetrieb aus heimischen Hölzern hergestellt.

Aktuell werden weitere Regulatoren mit Sekunden- und Halbsekundenpendel produziert, die nach der Fertigstellung hier präsentiert werden.

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